Thumbnail preview

Youtube vs. Facebook

23. April 2015 Nicht kategorisiert 0 Verfasst von pbrockhoefer

facebook_VS_youtubeOnline-Videos sind auf dem Siegeszug. Bis 2017 wird 69 Prozent des Internet-Traffics von Videos verursacht werden. Vor allem für Marketing-Verantwortliche liegt hier eine große Chance – 71 Prozent von ihnen sagen, dass ihr Video-Content die besten Conversionrates unter allen Inhalten erzeugen.

Videos lassen sich heute so einfache produzieren wie nie zuvor. Eine kurze Online-Recherche liefert hunderte Treffer zu kostenlosen Apps, die das Smartphone zu einem eigenen Film-Studio machen. Ist das Video gedreht, stellt sich die Frage, wie es zu den Zuschauern kommt.

Ach, einfach auf Youtube stellen …

Ein Video auf Youtube einzustellen, ist unbestreitbar eine gute Idee. Seit Jahren ist diese Plattform quasi das Synonym für Online-Videos schelchthin und bis heute einer der größten Player in diesem Bereich. Jeden Monat hat Youtube mehr als eine Milliarde Unique Visitors, die sich dort sechs Milliarden Videos anschauen. Jede Minute werden hier 100 Stunden Content hochgeladen. Doch mittlerweile bekommt Youtube Konkurrenz – und zwar von Facebook.

Facebooks eigene Video-Option hat seit ihrer Einführung ein starkes Wachstum hingelegt. Im vergangenen Jahr meldete Facebook eine Milliarde Video-Views pro Tag. Im November 2014 haben zum ersten mal Unternehmen mehr Videos auf Facebook als auf Youtube gestellt. Gleichzeitig hat Facebook seinen Algorithmus so weiterentwickelt, dass Videos, die direkt auf Facebook hochgeladen werden, gegenüber Youtube-Videos bevorzugt anzegezeit werden.

Super, also einfach auf Facebook hochladen …

Wer sein Video direkt auf Facebook hochlädt, kann sich also fast sicher sein, dass es auch gesehen wird. Denn Facebook gibt den auf der eigenen Plattform hochgeladenen Videos nicht nur eine hohe Priorität, sondern sie werden im Newsfeed auch automatisch angespielt. So werden zumindest die ersten Sekunden des Films wahrgenommen. Stellt der Algorithmus fest, dass ein Video von Interesse für einen Nutzer sein könnte, wird es direkt in seinem Stream angezeigt. Bei Youtube hingegen müssen sich Nutzer nach wie vor auf die Suche begeben.

Facebook hat aber auch seine Nachteile. Obwohl die Statistiken zu Videos auf Facebook beeindruckend sind, unterscheiden sich die Mess-Kriterien zu denen von Youtube. Facebook zählt bereits die drei Sekunden des automatischen Play-Modus bereits als View. Bei Youtube müssen mindestens 30 Sekunden vergehen, bevort ein Video als “gesehen” registriert wird. Kürzere Videos müssen es ganz gesehen werden, damit der View in die Statistik Eingang findet. Hinzu kommt, dass Facebook im Gegensatz zu Youtube ein geschlossenees Netzwerk ist, also Inhalte nur im Rahmen der Community Verbreitung finden können. Außerdem ist die Suchfunktion bei Facebook nicht so komfortabel wie die von Youtube, was bedeutet, dass Nutzer, die nach bestimmten Themen suchen, eher auf Youtube zugreifen statt auf Facebook. Und nicht zuletzt: Während Facebook den Facebook-Videos einen Boost gibt, so tut Google dies für Youtube-Videos.

Und was ist nun besser?

 Klare Antwort: beides! Es macht wenig Sinn, seine Reichweite dadurch zu limitieren, indem nur eine Plattform genuutzt wird. Ein Video sollte genauso wie jeder andere Content für alle möglichen Kanäle aufbereitet und dort angeboten werden. Nur so ist es für möglichst viele Nutzer verfügbar.

Grundsätzlich eignen sich längere Videos eher für Youtube, denn hier sind die Nutzer bereits eine höhere Spieldauer gewohnt. Um gefunden zu werden, sollte ein Titel für das Video gewählt werden, der es Nutzern einfach macht, das Video zu finden. Mit dem Embed-Code lassen sich die Videos zusätzlich und ohne großen Aufwand in den eigenen Blog oder die eigene Website einbinden.

Für Facebook können dann kurze und leicht zu konsumierende Teaser produziert werden. Dabei aber nicht vergessen: Wird das Video auf Facebook automatisch angespielt, fehlt die Tonspur. Erst wen der Nutzer aktiv auf das Video klickt, kommt der Sound. So lässt sich Facebook als Teaser für längere Videos auf Facebook nutzen. Dabei aber bitte nicht vergessen, auch den Link zu Youtube in den Post zu setzen.

Ist die Distributions-Strategie komplett, kommt es darauf an, dass das Video auch den Nerv der Zuschauer trifft. Denn die beste Verbreitung bringt nichts, wenn das Video nicht wirkt. Ob es nun ein Ratgeber-Video ist, exklusive Informationen bietet oder einfach nur lustig oder emotional ist: Wer möchte, dass sein Inhalt etwas bewegt, muss zunächst sein Publikum bewegen.

Nachricht schicken

Wie viel ist 4 + 8 =