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Zeit, Social Media neu zu sortieren

13. Januar 2015 Social Media 0 Verfasst von pbrockhoefer

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Man kennt es: Wer online nach einem Unternehmen sucht, findet dazu oft zahlreiche Social Media-Accounts auf allen möglichen Plattformen. Neugierig klickt man dann die einzelnen Profile an – nur um festzustellen, dass die meisten davon seit Monaten nicht mehr aktualisiert wurden. Manche liegen gar seit Jahren brach. Für denjenigen, der etwas zu einer Marke oder einem Unternehmen erfahren will, ist das enttäuschend und frustrierend. Für viele Kommunikations-Profis ist diese Situation aber nachvollziehbar.

Denn regelmäßig hören wir vom „next big thing“ in der Social Media-welt. Es wird erwartet, dass Unternehmen dann dort präsent sind. Getrieben von der Befürchtung, einen Zug zu verpassen, erstellen Marketing- und PR-Abteilungen auf den neuen Plattformen Unternehmensprofile und Inhalte. Wie bei einer Liebschaft folgt dann zunächst die Honeymoon-Phase, in der noch einiges auf dem Profil passiert. Manchmal wächst hier etwas zusammen, die Beziehungen vertiefen sich, immer mehr Inhalte werden geteilt bis die Präsenz fest zur Außendarstellung eines Unternehmens oder einer Marke gehört.

Manchmal aber ist nach der anfänglichen Liebelei schon bald Schluss. Kommunikations-Verantwortliche müssen dann erkennen, dass es keine Sinn mehr macht, viel Aufwand in die Beziehung zu investieren und ziehen dann die Ressourcen aus dem Projekt wieder heraus.

Die Frage: Was will man denn da?

Nur „dabei sein“ ist eben nicht alles. Welche Erwartung stehen den Social Media-Aktivitäten? Soll der Marke zu mehr Aufmerksamkeit verholfen werden, geht es um Leads, Content Marketing oder um Kundenbetreuung? Die zentrale Frage lautet, wie ein Social Network dabei helfen kann, die eigenen Kommunikationsziele zu erreichen. Wie in einer guten Beziehung, kostet auch die Pflege eines Social Media-Accounts seine Mühen. Es ist daher wichtig, dass man sich seiner Sache auch sicher ist und sich die eigenen Ziele auch mit den Möglichkeiten des Social Networks auch umsetzen lassen.

Wo ist meine Zielgruppe?

Wo verbringen die Zielgruppen ihre Online-Zeit? Es lohnt sich zu analysieren, wer sich in den verschiedenen Social Networks aufhält. Wer Menschen älteren Semesters erreichen will, für den sollte Snapchat nicht die erste Wahl sein. Denn hier sind 71 Prozent der Nutzer unter 25 Jahre alt (1). Wessen Kommunikation eher auf Männer adressiert, ist auf mit einem Pinterest-Account wohl nicht optimal positioniert, da sich hier überwiegend austauschen (2).

Wo es ums Geschäft geht, und wo um Spaß

Es ist darüber hinaus entscheidend, zu wissen, welche Mentalitäten in den einzelnen Sozialen Netzwerken herrschen. Nur so lassen sich Botschaften treffsicher platzieren. Mit mehr als einer Milliarde Mitgliedern sind die meisten Zielgruppenvertreter wohl auf auch Facebook zu finden. Aber für die B2B-Kommunikation beispielsweise eignet sich Facebook nur bedingt. Denn selbst wenn dort Geschäftspartner ein Profil haben, wollen sie dort nicht unbedingt ihre Business-Kontakte pflegen. Es ergibt mehr Sinn, diese auf LinkedIn zu adressieren, wo sie offen für Business-Themen sind. Zum Vergleich: Die Conversion Rate für B2B-Unternehmen liegt auf LinkedIn bei etwa 80, auf Facebook nur bei 6,7 Prozent (3).

Engagement

Man muss zudem die Beziehungen zu seinen Followern und Fans richtig einschätzen können. Wer sind die Follower und wie relevant sind sie für die Ziele des eigenen Unternehmens? Hinzu kommt: Wie interagieren die die Follower mit den Inhalten? Eine geringe Interaktion kann vor allem zwei Gründe haben: Entweder sind die zur Verfügung gestellten Inhalte wenig attraktiv, oder die Menschen sind gar nicht mehr auf der betreffenden Plattform aktiv. Falls Letzteres der Fall sein sollte, sollte eine Präsenz auf einer anderen Plattform priorisiert werden. Ansonsten hilft, die Inhalte attraktiver zu gestalten.

Die passende Plattform für guten Content

Welche Art von Inhalten werden in dem Social Network zur Verfügung gestellt? Einige Plattformen sind für bestimmte Formate besser geeignet als andere. Wenn das eigene Produkt schwierig zu visualisieren ist, wird sich eine Präsenz auf Instagram nur schwerlich erfolgreich aufbauen lassen. Gefragt ist eine Platform, die sich am besten für die Formate eignet, mit denen sich die eigenen Produkte, Marken und Botschaften am besten darstellen lassen. Ob dies nun Bilder, Texte oder Filme sind.

Um herauszufinden, wo man am besten aufgehoben ist, können einige Networks ausprobiert werden. Wenn das aber dazu führt, dass eine Marke zwar auf verschiedenen Kanälen stattfindet, dafür aber auf jedem einzelnen zu wenig, werden Chancen verpasst, Beziehungen zu den Followern zu vertiefen. Dagegen hilt nur, die Interaktionen mit den Follower und Fans zu evaluieren und den ROI zu analysieren. Im Zweifel sollten weniger erfolgreiche Netzwerke verlassen werden, um sich stattdessen auf passendere stärker zu konzentrieren.

(1) http://socialtimes.com/rising-snapchat-stars-earn-100000-per-week_b200801

(2) http://oursocialtimes.com/10-useful-social-networking-statistics-for-2014/

(3) http://www.smartinsights.com/wp-content/uploads/2014/04/linkedin-b2b-infographic.jpg

 

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