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Der Kantar Media Social Media-Newsletter #05

10. November 2014 Kantar Media 0 Verfasst von admin

Jede Woche tragen wir interessante Nachrichten aus der Social Media-Welt für Sie zusammen. Diese Woche berichtet Facebook, dass Deutschland die meisten Behördenanfragen an das Social Network stellt, erfahren wir, dass von den Autbauern Toyota am besten twittert, und dass sich auch Experten auch nicht erklären können, warum Alex Laboeuf plötzlich 600.000 Follower hat.

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  • Behördenanfragen an Facebook steigen rasant

Im ersten Halbjahr 2014 sind die Anfragen an Facebook durch Behörden um fast 24 Prozent auf etwa 35.000 gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr gestiegen. Restriktionen von Inhalten durch länderspezifische Gesetze sind ebenfalls um 19 Prozent gestiegen. Die Deutsche Regierung hat im gleichen Zeitraum mit 2.537 die meisten Anfragen unter allen Ländern gestellt. Setzt man diese Zahl in Bezug zu den 22 Millionen deutschen Facebook-Nutzern, so wurden im Schnitt 115 Anfragen pro einer Millionen Nutzer gestellt. Auf Deutschland folgen gemessen an Behördenanfragen Italien, die USA und Frankreich; Großbritannien steht an fünfter Position und stellte 70 Anfragen pro einer Millionen Facebook-Nutzer.

Die aktuellen Zahlen wurden veröffentlicht, während sich Facebook gegen die Anfrage zu Nutzer-Daten von 400 Menschen durch ein US-Gericht wehrt. Nur zögernd gab Facebook im vergangenen Jahr Daten an ein US-Gericht in New York. Für das Unternehmen ist erklärtes Ziel, sich gegen die Regierungsanfragen zu stellen und schreibt in seinem Blog: „Mich Nachdruck haben wir Beschwerde  eingereicht, um zu erreichen, die Daten vollumfänglich zurück zu geben.“ Facebook will außerdem jede Behördenanfrage genau prüfen und jede fehlerhafte oder zu weit befassen Anfrage zurückweisen.

 

  • Toyota twittert am besten

Toyota ist der Automobilhersteller mit dem höchsten Engagement auf Twitter. Das Unternehmen hält auch außerhalb der üblichen Geschäftszeiten die Dialog aufrecht und kann damit gegenüber Nissan, Citroën und Fiat punkten – so eine Untersuchung des Social Media-Analysten Birdsong in Zusammenarbeit mit dem Kleinanzeigenportal Autotrader.co.uk.

Der offizielle Twitter-Account von Toyota in Großbritannien, @ToyotaGB, liegt gegenüber den Wettbewerbern weit vorn, wenn die Zahlen zu Online-Präsenz, Engagement der Nutzer und Aktivität zugrunde gelegt werden. Nick King, der bei Autotrader die Marktforschung verantwortet, weiß, dass Autokäufer meistens zwischen 18 und 21 Uhr im Netz nach Autos suchen; Toyota nutze vor allem diesen Zeitraum, um seine Inhalte zu promoten: „64 Prozent der Suchanfragen finden in diesem Zeitfenster statt, daher macht es absolut Sinn, seine Social Media-Strategie darauf auszurichten und seine Aktivitäten nach 17 Uhr oder an den Wochenende nicht einzustellen. Marken, die diese Erkenntnis igonieren, werden gegenüber Wegbereitern wie Toyota Boden verlieren.“

 

  • Studie zeigt Killer-Typen unter Facebook-Nutzern

Eine Studie der Universität Birmingham hat untersucht, wie Soziales Netzwerke kriminelles Verhalten beeinflussen. Die Studie analysierte dazu 48 Morde auf der ganzen Welt, bei denen Facebook eine signifikante Rolle spielte. Identifiziert wurden sechs eindeutige Typen von Mördern, die Facebook nutzen, um Straftaten zu begehen: Der Reagierende, der Spitzel, der Antagonist, der Fantast, der Jäger und der Betrüger.

Dr. Elisabeth Yardley, die die Untersuchung leitete, sagte, dass sie nicht glaube, dass Social Media für Straftaten anderer zur Verantwortung gezogen werden sollte: „Wir glauben dass Ausdrücke wie ,Facebook-Mörder“ sich nicht dazu eignen, die Rolle der Sozialen Netzwerke bei Mordfällen unter kriminologischer Sicht genügend zu beschreiben. Facebook ist nicht mehr verantwortlich für einen Mord wie ein Messer für eine Messerstecherei. Es sind die Menschen, die diese Werkzeuge benutzen, und auf die wir unser Interesse lenken müssen.“

 

  • Target-Mitarbeiter wird aus Versehen Twitter-Promi

Der sechzehnjährige Target-Mitarbeiter Alex Laboeuf wurde mal eben zu einer kleinen Social Media-Sensation. Nachdem ein Foto von Alex, dass ihn bei der Arbeit an einem Checkout zeigt, von einer jungen Frau Namens Abbie gewittert wurde, hat Alex dazu seinen eigenen Hashtag, #alexfromtarget, gesetzt und wurde plötzlich populär. Innerhalb weniger Tage stieg seine Followerzahl vom 144 auf 600.000. Bei der „Ellen DeGeneres Show“ sagte Alex, dass ihm der Rummel mittlerweile zu viel sei.

Andrew Lih, Journalismus-Professor an der American Unsiversity School of Communications, ist ratlos: „Wir haben einiges versucht, einen Sinn hinter dem Ereignis zu finden, aber das ist uns nicht gelungen. Das Internet gleicht immer mehr einer Highschool, an der die Schüler aus unerklärlichen Gründen irgendetwas heraus picken, was zwar nicht wirklich spannend ist, aber dann unglaublich populär wird.“ Die Supermarktkette Target, Abbie und Alex selbst haben beteuert, dass sich hinter dem Ereignis keine gesteuerte Kampagne stecke.

 

  • Twitter fragt: „Was gibt’s Neues?“

Twitter hat wieder einmal sein Desktop-Interface optimiert, indem die Funktion „Neuen Tweet“ von links direkt oberhalb der Timeline angeordnet wurde. Damit gleicht Twitter immer mehr Facebook. Auch steht in dem Feld statt „compose a new Tweet“ nun „What is happening?“, was an die Frage „Was machst Du grade?“ bei Facebook erinnert.

In einem Update sagt Twitter, dass damit das Absetzen von Tweets nun noch einfacher sei. In der deutschen Twitter App steht im Feld für neue Tweets die Frage: „Was gibt’s Neues?“ Wie bei jeder Änderung, gab es viele Nutzer, die den Schritt kritisierten, gleichzeitig war „what’s happening?“ eines der Trending-Topics bei Twitter.

 

 

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