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Der wöchentliche Kantar Media Social Media-Newsletter

30. September 2014 Nicht kategorisiert 0 Verfasst von pbrockhoefer

Jede Woche tragen wir interessante Nachrichten aus der Social Media-Welt für Sie zusammen. Branchentrends zeigen, wohin die digitale Reise geht, Studien geben Aufschluss darauf, was wir mit Social Media lernen können, und Kuriositäten zeigen uns, wie die Menschen im Netz ticken.

  • Facebook will Internet-Drohnen in Jumbo-Größe bauen

Die Idee, den Zugang zum Internet über Drohnen anzubieten, ist nicht neu. Facebook verfolgt solche Pläne schon seit einiger Zeit. Doch zwischenzeitlich hat Google den Drohnenhersteller Titan Aerospace übernommen, auf den es Facebook abgesehen hatte. Jetzt plant das Unternehmen größer: Tausende Internet-Drohnen, so groß wie Jumbo-Jets, will Mark Zuckerberg bauen lassen. Aus mehr als 23 Kilometern Höhe soll so drahtloser Internetzugang ermöglicht werden. Das ist hoch genug, um außer Reichweite von Wetterkapriolen und dem allgemeinen Flugverkehr zu sein. Zum Vergleich: Verkehrsflüge finden in der einer Hohe von 5 bis 15 Kilometern statt. Die unbemannten Flugzeuge sollen außerdem nonstop mehrere Jahre in der Luft verbringen können.

Dahinter steckt nicht nur ein Milliarden-Geschäft. Facebook spekuliert auch darauf, dass für unbemannte Flugobjekte in dieser Höhe andere Regeln gelten könnten, als für andere Flugzeuge. Trotz Autopiloten ist vorgeschrieben, dass für jedes Flugobjekt zu jeder Zeit mindestens ein Mensch verantwortlich ist. Facebook hofft, dass bei seinem Projekt ein Controller zehn bis zwölf Drohnen von der Erde aus steuern darf.

Facebook rechnet damit, im kommenden Jahr erste Tests mit den neuen Drohnen durchführen zu können, die derzeit in den Connectivity Labs des Unternehmens entwickelt werden. Geleitet wird das Projekt von dem ehemaligen MIT Media-Lab Forscher Yael Maguire.

Facebook treibt mit seiner im vergangenen Jahr ins Leben gerufenen Initiative internet.org Ideen voran, die die Internet-Versorgung in Entwicklungsländern verbessern sollen. Dafür konnten unter anderen auch Samsung, Nokia, Qualcomm, Opera und Ericsson und MediaTec als Partner gewonnen werden, die allerdings nicht direkt im Drohnen-Projekt involviert sind. Google setzt bisher auf sein Loon-Projekt, bei der die Internet-Versorgung von Ballons aus gewährleistet werden soll.

 

  • Twitter hat direkten Einfluss auf Einschaltquoten

Die Kantar Media-Studie „ A Year in the Life of TV and Twitter“ gibt erstmals tiefen Einblick in das Verhältnis zwischen Twitter und dem TV-Zuschauerverhalten in Großbritannien. Dass mehr als eine von zehn Fernseh-Shows zusätzliche Zuschauer direkt über Tweets gewinnen konnten ist nur eines von vielen Ergebnissen. Eine andere Erkenntnis ist, dass elf Prozent der Programme durch Twitter-Aktivitäten die Zuschauerzahl um zwei Prozent steigern konnten. Twitter hat vor allem Einfluss auf TV-Angebote, die vermehrt junges Publikum ansprechen, etwa Unterhaltungsprogramme und populäre Serien wie „Sherlock“, „Doctor Who“ und „Downtown Abbey“. Die Studie basiert auf exklusiven Daten von Twitter und BARB, die über einen Zeitraum von einem Jahr erhoben wurden. BARB, das Broadcasters’ Audience Research Board, betreibt in Großbritannien Zuschauermessung und ist in Besitz der BBC sowie anderen britischen TV-Sendern.

„Die Menschen haben sich schon immer gerne mit Freunden und der Familie über das Fernsehprogramm unterhalten. Mit Twitter verlässt das Gespräch darüber das Wohnzimmer“, sagt dazu Kantar-CEO Andy Brown. „Insbesondere ,twitterfreundliche’  Formate, die beispielsweise zum Austausch während der Ausstrahlung auffordern, eine junge Zielgruppe ansprechen oder eine feste Anhängerschaft haben, können von diesem Effekt profitieren. Das zeigt, welchen positiven Einfluss Social-TV-Aktivitäten auf die Programmplanung und TV-Werbung haben können.“

 

  • Der IS nutzt Social Media-Trends, um seine Propaganda zu verbreiten

Der „Guardian“ berichtet, dass die Extremisten des IS in den Sozialen Netzwerken und in Foren auf populäre Themen aufsetzen, um mit ihrer Propaganda  viele Menschen zu erreichen. So wurde beispielsweise das hohe Interesse für das Unabhängigkeitsreferendum Schottlands genutzt und das eigene Propagandamaterial mit entsprechenden Hashtags versehen. Ein Spezialisten-Team der Polizei arbeitet nun mit Unternehmen wie Twitter und Youtube daran, 1.100 Inhalte pro Woche zu sperren, die gegen Großbritanniens Anti-Terror-Gesetze verstoßen. Die meisten Inhalte beziehen sich auf Aktivitäten in Syrien und dem Irak.

Währenddessen wurde Abdul Hafes, Vater von zwei Kindern aus Glasgow, zu einer 16-monatigen Gefängnisstrafe verurteilt, weil er auf Twitter mit rassistischen und anstößigen Tweets zur Ermordung von Andersgläubigen und zur Unterstützung des IS aufgerufen hatte. Trotz der Verurteilung sind seine Äußerungen aber nach wie vor auf seinem Twitter-Account, der allerdings nur fünf Follower hat, sichtbar. Seine Haftstrafe dürfte die höchste sein, die jemals für Äußerungen auf Twitter verhängt wurde.

 

  • Ronaldo ist der „most followed“ Sportler der Welt

Der Star von Real Madrid, Cristiano Ronaldo, ist der Sportler mit den meisten Followern auf Twitter weltweit. Vergangene Woche knackte sein Account die 30-Millionen-Marke. Der Brasilianer Kaka liegt mit etwa 20-Millionen auf dem zweiten Platz, gefolgt vom Basketballspieler LeBron James mit 15 Millionen Followern. Trotz der großen Anhängerschaft schaffte es Ronaldo nicht in die Top-Ten der meistgefolgten Menschen überhaupt, die von Katy Perry mit 57,5 Millionen Followern angeführt wird. Zuletzt machte Ronaldo mit einer Kampagne im Internet Karriere, bei der er für ein japanisches Gesichtsfitnessgerät warb.

 

  • Facebook-Pranger für schlechtes Benehmen im Flugzeug

Fluggäste und Flugbegleiter können anonym Mitreisende, über die sie sich ärgern, in Social Media-Kanälen anschwärzen. Hierfür gibt es eine Facebook-Seite, die von Shawn Kathleen kuratiert wird, die selbst als Flugbegleiterin tätig war. Mittlerweile hat die Seite mehr als 200.000 Fans. Hier werden vor allem Fotos hochgeladen und von Kathleen freigegeben. Wer auf Twitter oder Instagram schlechtes Benehmen oder den hinterlassenen Müll Mitreisender dokumentieren will, nutzt den Hashtag #passengershaming. Wer diesen Hashtag in die Suche eingibt, wird unter anderem benutzte Windeln in Ablagefächern, hochgelegte nackte Füße und Urin in Waschbecken zu sehen bekommen.

Kathleen betreibt darüber hinaus den Blog rantsofasassystew.com, auf dem das anklagende Material gesammelt wird. Ob dadurch den schlimmsten Vergehen von Passagieren Einhalt geboten werden kann, wird die Zukunft zeigen.

 

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